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12 Oktober 2026

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Oktober 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor kurzem verstarb die großartige US-amerikanische Sängerin Dolly Parton, über die gesagt wurde, dass es schwierig wäre, einen Menschen zu finden, der sie nicht gemocht hat. Sie hat sich aus einfachsten Verhältnissen an die Spitzen der Charts gearbeitet, die Herzen ihrer Fans im Sturm erobert, sich für diejenigen stark gemacht, deren Stimme gerne überhört wird, und auf charmanteste Art und Weise zum Zusammenhalt der Gesellschaft beigetragen. Denn verehrt wurde sie von links wie von rechts, und diese Qualität scheint leider mit ihr ins Jenseits verschwunden zu sein.

Dem Magazin „Elle“ hat sie mal gesagt: „Ich sehe völlig künstlich aus, bin aber absolut echt!“ Auch das könnte eine Eigenschaft sein, die eher immer seltener zu finden ist. Und daran arbeiten wir fleißig mit: Laut einer gerade veröffentlichten Studie vertrauen Menschen der Künstlichen Intelligenz mehr als anderen Menschen. Was natürlich dazu führt, dass immer mehr Entscheidungen mit Hilfe der Maschine im stillen Kämmerlein getroffen werden und nicht – wie früher – nach knackigen Debatten im Familienrat, Freundeskreis oder in der Stammtischrunde.

Es ist ja auch wirklich so eine Sache mit Menschen. Da kommt ein neuer Bundestrainer daher und entpuppt sich vom Start weg als eine Art deutsche Dolly Parton. Gemocht von allen, verehrt als Retter des Abendlandfußballs – und dann ein 0:1 gegen Griechenland. Ja, gibt’s denn so was? Heißt das aber nun, dass wir den bedeutendsten Job des Landes nach dem Bundespräsidenten lieber der KI überlassen sollten? Vielleicht eher nicht. Sie könnte zwar bestimmt elf Spieler aufs Feld stellen und wahrscheinlich auch vielversprechende Auswechsel­ungen berechnen, wenn’s dann nicht ganz rund läuft, aber es wäre halt doch eher merkwürdig, im Fernsehen ein Laptop auf der Trainerbank zu sehen und keinen Trainer. Schon allein, weil ein Laptop nicht so hinreißend mitleiden kann, wenn es kurz vor Schluss eben immer noch 0:1 steht.

Lassen wir also „Kloppo“ erst mal machen, er hat mit seiner Charme­offensive zum Auftakt mehr Menschen begeistert als die Bundesregierung in ihrer gesamten bisherigen Amtszeit. Das allerdings ist vielleicht auch gar nicht so schwer, weil das Kabinett Merz eher mit sich selbst beschäftigt ist. Die Aufgabe ist ja auch wirklich kompliziert: Nachdem die Reform des Herbstes der Reformen missglückt ist, steht jetzt die Reform der Reform des Herbstes der Reformen ins Haus. Puh wer wollte da gerne tauschen?

Dass hierzulande aber doch noch etwas geht, hat die Vergabe der Nobelpreise bewiesen. Einer der beiden für Medizin ist nämlich nach Deutschland gewandert. Und das ist doch mal eine gute Nachricht und könnte vielleicht ein wenig Ansporn sein, sich endlich auch um den Rest des Gesundheitssystems zu kümmern und zum Beispiel dafür zu sorgen, dass man bei der Verabredung eines Facharzt-Termins nicht jedes Mal unsicher nachfragen muss, welches Jahr gemeint ist.

Auch aus Köln erreicht uns frohe Kunde. Die Sanierung des Opernhauses und Theaters ist abgeschlossen. Sie hätte drei Jahre dauern sollen, hat dann aber 14 gedauert. Und sie hätte definitiv weniger kosten sollen als die 1,4 Milliarden Euro, die sie gekostet hat. Befragt man die Verantwortlich­en nach Gründen, hört man unter anderem: „Wir hätten zuerst planen müssen und dann bauen.“

Das ist dann ein Tipp, den wir besser nicht formulieren können. Überlegen Sie sich im Rahmen Ihrer Sanierungsmaßnahme oder Ihres Neubauprojekts bitte zuerst, was genau Sie bauen wollen, bevor Sie es dann wirklich bauen. Nur Kinder, die mit Lego spielen, legen einfach los. Was aber auch okay ist, denn in diesem Fall tut Abreißen nicht ganz so sehr weh – und kein Legokasten der Welt kostet mehr als eine Milliarde.

Wir wünschen einen goldenen Herbst der Pläne und Vorhaben!

Ihr Team 

von SB&W

Bauvorhaben dieser Ausgabe

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