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18 Mai 2021

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Neue Kita in Lachendorf

Integration als i-Tüpfelchen

10.09.2020

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In der kommunalen Planung und Entwicklung von heute haben zwei gesellschaftliche Anliegen eine herausragende Bedeutung. Zum einen führt nicht zuletzt die Gebührenbefreiung in Niedersachsen zu einem länger schon anhaltenden Run auf Ganztagesangebote in der Kinderbetreuung. Zum anderen ist in allen Lebens- und Arbeitsbereichen der Wunsch spürbar, die Integration von Menschen mit Handicap zu realisieren und ihre soziale Teilhabe zu ermöglichen.

Diese beiden Anliegen standen ganz oben auf der To-Do-Liste, als man in Lachendorf mit der Planung einer neuen Kindertagesstätte begann. Und weil man hier gerne bereit ist, vielversprechende neue Wege einzuschlagen, hat man mit dem Neubauprojekt auch gleich Neuland betreten und sich für die seltene Kombination aus Kindergarten und Krippe entschieden – um das Thema Integration auch noch gleich als i-Tüpfelchen oben draufzusetzen.

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Was macht diese Kombination so besonders? Es ist vor allem die Herausforderung, zwei fundamental unterschiedliche Erlebniswelten zu schaffen, die perfekt auf die Ansprüche und Anforderungen der jeweiligen Altersgruppe angepasst sind. Das betrifft beispielsweise die Spielgeräte, weil die Modelle für die Jüngeren entweder unbrauchbar oder sogar gefährlich sind. Aber es betrifft auch Details wie die Ausgestaltung der Sanitärbereiche. Während kleine Kinder ihre Toilettengänge noch ohne Scham erledigen und deshalb im WC-Raum keinen zusätzlichen Sichtschutz brauchen, bestehen die Kindergartenkinder auf Einhaltung ihrer Intimsphäre und brauchen deshalb schon die Kabinen, die wir auch aus der Erwachsenenwelt kennen.

Ungewöhnliche Wege schlug man auch in der Architektur ein – Ausdruck einer Gestaltungsfreude, die sich schon in früheren Lachendorfer Bauprojekten im Kita-Bereich beobachten ließ. Dieses Mal fiel der Startschuss ins Jubiläumsjahr des Bauhaus, dessen 100. Geburtstag 2019 gefeiert wurde. Diese Tatsache wurde als stilprägende Inspiration genutzt und an zentraler Stelle im Südfeld ein kubischer Baukörper realisiert, dessen Formensprache sich bereitwillig der Funktionalität unterordnet.

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Ganz im Sinne des Bauhaus bekennt man hier auch Farbe. Die vier Gruppenbereiche sind jeweils in einer anderen Grundfarbe markiert, die sich von der Fassaden-, über die Teeküchengestaltung bis zum Kleiderhaken durchzieht. Drei der Farben – Blau, Gelb, Rot – sind direkte Bauhausvorgaben, als vierte ergänzte man stimmig ein Grün. Neben der Farbe ist jede Gruppe auch durch eine bestimmte geometrische Form gekennzeichnet, sodass sich auch farbenblinde Kinder problemlos orientieren können.

Um Integration und Barrierefreiheit in einer Kita zu verwirklichen, braucht es allerdings mehr als rein bauliche Erwägungen. Als Basis müssen spätere Abläufe zugrunde gelegt werden und Prozesse, an denen auch externe Betreuungs- und Therapiekräfte beteiligt sein können. Deshalb wurden hier spezielle Differenzierungs- und Therapieräume geschaffen, die Rückzug bieten und spezielle Behandlung in Einzelbetreuung möglich machen.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Jean Peters, bei der Samtgemeinde Lachendorf zuständig für dieses Bauprojekt, „wenn man für Kinder baut, geht es ja vor allem darum, Spielflächen zu schaffen, die mit viel eigener Fantasie genutzt werden können. Das ist hier toll gelungen. Und dass wir auf der riesigen, 1.600 Quadratmeter großen Außenfläche einigen alten Baumbestand – darunter alte Apfelsorten – erhalten konnten, ist sicher auch ein sehr gutes Omen.“

Bei der Umsetzung der Maßnahme kam den Bauherren zugute, dass durch die Corona-Krise plötzlich handwerkliche Überkapazitäten zur Verfügung standen. Verbunden allerdings mit einer logistischen Herausforderung: Sämtliche Arbeiten mussten auf den Punkt so organisiert werden, dass die verschiedenen Gewerke die Hygieneregeln einhalten konnten.

Am 1. September nahm die neue Kita ihren Betrieb auf. Falls es eines letzten Beweises bedurfte, dass hier etwas ganz Besonderes gelungen ist, fand sich dieser in den strahlenden Kindergesichtern, die sich nach Rot, Gelb, Blau und Grün verteilten.

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