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06 Dezember 2021

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Oktober 2021

Liebe Leserin, lieber Leser,


wir bewegen uns zu wenig. Darüber zumindest sind sich Gesundheitsexperten hierzulande viel einiger als darüber, wie viel G wir nun eigentlich brauchen, um den nächsten Pandemie-Winter besser zu überstehen als den letzten. Und mal ehrlich, „wir bewegen uns zu wenig“ ist für die meisten von uns keine überraschende Erkenntnis, weil wir es tief im Innersten unserer schlechten Gewissen ja eigentlich wissen. Übrigens brauchen Fans von Hannover 96 diesbezüglich kaum zusätzliche Beweise, denn wie viel zu wenig man sich bewegen kann, sehen sie ja jedes Wochenende auf dem Platz.
Spaß beiseite, die Lage ist ernst. Wo wir früher noch selbst den Rasenmäher über unsere Zierflächen geschoben haben, ackert sich heute ein kleiner Roboter ab. Wo wir früher am Sonntag noch spazieren gegangen sind, sitzen wir heute mit einer VR-Brille auf dem Sofa und beamen uns virtuell an die Côte d’azur. Und wo wir früher noch selbst einkaufen gegangen sind, bringen heute Boten sogar Brötchen oder Batterien bis zur Haustür. Batterien? Na klar, die brauchen wir für Fernbedienungen, damit wir den ganzen Abend nicht einmal aus dem Sessel hochmüssen, seit wir dem Hund beigebracht haben, Bier aus dem Keller zu holen.
Die Bewegung bleibt auf der Strecke. Dabei gibt es wirklich sehr gute Gründe, gezielt das Laufen zu trainieren. Dabei gibt es im Prinzip zwei Trainingsziele. Das eine heißt Entfernung, das andere Tempo. Und beide können auch im Alltag sehr nützliche Vorteile bieten. Wer zum Beispiel in der Lage ist – Thema: Entfernung –, auch längere Strecken problemlos zu Fuß zu überbrücken, ist plötzlich nicht mehr abhängig von Spritpreisen, bei denen man an der Tankstellen-Kasse schon mal nachfragen möchte, ob die gerade zusätzlich den Tankinnenraum hochkarätig vergoldet haben. Und Tempo? Das kann in vielen Lebenslagen helfen. Zum Beispiel könnte man Armin Laschet mal fragen, was er sich am sehnlichsten wünscht, wenn er in Berlin die Friedrichstraße runterschlendert und Markus Söder plötzlich um die Ecke kommt. Und jetzt die gute Nachricht: Rekorde in der persönlichen Fluchtgeschwindigkeit zu erzielen macht viel mehr Spaß als Rekorde in Wahltiefständen.
Bei uns im Team ist jedenfalls das Lauffeuer lichterloh entflammt, auch ohne dass wir Gründe hätten, schleunigst abhauen zu müssen. Wir haben ganz einfach die Freude entdeckt, regelmäßig unsere Runden im Freien zu ziehen, um Ausgleich zum Schreibtisch zu finden, um den Kopf freizukriegen, um das Herz hüpfen zu spüren wie Christian Lindner, als er das Sondierungspapier in der Hand hielt. Und wir waren sogar beim Bremen Marathon und haben die 21,1 Kilometer in passablem Speed absolviert, ohne dass Söder oder Laschet oder sonstwer um die Ecke hätte kommen müssen.
Wir sind inzwischen sicher: Laufen ist ein Geschenk. Und das sollten wir umso mehr zu schätzen wissen, weil es ja dieses Jahr mit anderen Geschenken eventuell knapp werden könnte. Internationale Lieferschwierigkeiten und so weiter. Die Chips sind plötzlich rar, jedenfalls die für Autoelektronik, Smartphones und Spielkonsolen. Und da sind die anderen Chips, also die aus Kartoffeln, Mais oder Reis, ja nun wirklich kein tröstender Ersatz.
Es zeigt sich eben wieder mal, dass die schönsten Dinge im Leben nicht gekauft werden können. Ein toller Sonnenuntergang beim nachmittäglichen Winterspaziergang zum Beispiel. Oder der Moment, in dem das Baby zum allerersten Mal „Tesla“ sagt. Oder eben jeder Schritt, den man entschlossen auf den Waldweg setzt, um noch eben vor dem Abendbrot ein paar Kilometerchen hinter sich zu bringen.
Wir bewegen uns zu wenig? Pustekuchen! Wenn es sogar die drei Ampelparteien schaffen, so weit aufeinander zuzugehen, dass Koalitionsverhandlungen dabei rausspringen, kann auch uns keine Distanz mehr schocken. Wir wünschen Ihnen viel Bewegung. Und bleiben Sie gesund!


Ihr
Team von SB&W

Bauvorhaben dieser Ausgabe

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