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07 Dezember 2022

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Oktober 2022

Liebe Leser*innen,

Dirk Nowitzki, Basketball-Superstar im Vorruhestand und unterwegs auf der ganzen Welt, muss bei den vielen Imbissen, die er an Flughäfen eingenommen hat, etwas aufgefallen sein: In jedem Airport auf diesem Planeten gibt es Burger, ein sicheres Zeichen für den globalen Siegeszug der US-amerikanischen Alltags-Cuisine. Nun ist Nowitzki aber nicht nur hochverdienter Ex-Spieler der Dallas Mavericks, sondern auch heimatverbundener Franke aus Würzburg. Und als solcher kann er sich natürlich die Übermacht des Burgertums unmöglich gefallen lassen. Aber zum Glück kennt er das ja vom Basketballcourt: Wenn der Gegner übermächtig wird, hilft nur eines – angreifen!

Folgerichtig wird „der Blonde“, wie ihn seine Teamkollegen bis heute nennen, nun den Startschuss für den Siegeszug der fränkischen Alltags-Cuisine geben – und auch er setzt dabei erst mal auf Flughäfen, bzw. zunächst nur auf einen, nämlich den Dallas Airport. Dort eröffnet bald das „Nowitzki“, und was wird es in diesem Restaurant geben? Genau: Würzburger Blausud Sulz. Und wer weiß? Wenn es genug Fluggästen mundet, geht die Reise dieses regionalen Klassikers vielleicht ja wirklich weiter. Nach New York zum Beispiel, oder Peking. Sollten Sie nächstes Jahr zufällig in Dallas sein: Los geht’s im Sommer 2023, Terminal C.

Aber auch andere Spitzensportler machen alles richtig. Zum Beispiels die Jungs der Fußballnationalmannschaft. Sie kehren nämlich den heimatlichen Gefilden pünktlich den Rücken, bevor sie aufgrund der Energiekrise und dem Gassparzwang in dreifacher Strickjacke und Fellmütze mit einem Becher Grog zwischen den Fäustlingen im Schaukelstuhl zittern müssen, wie wir anderen Normalmenschen es wahrscheinlich tun werden. Für „La Mannschaft“, wie man das Team ehrfürchtig in Frankreich genannt hat, als es noch an der Weltspitze stand, geht’s rechtzeitig ab nach Katar, wo die Temperaturen so angenehm wie die Menschenrechtslage unangenehm ist. Trotzdem ist vermutlich auszuschließen, dass örtliche Sicherheitskräfte Manuel Neuer vom Feld führen, weil er seine Regenbogen-Kapitänsbinde zeigt. Das wäre einfach nicht gut für die Fernsehbilder, und mit der FIFA will man es sich dann doch nicht verscherzen, weil sich mit dem Weltfußballverband schließlich so herrlich legale und illegale Geschäfte machen lassen.

Und ob die Menschenrechte im Sport jetzt so maßgeblich zählen, ist sowieso nicht endgültig geklärt. So hat kürzlich Uli Hoeneß, Ex-Präsident und Ex-Häftling, auf der Vollversammlung des FC Bayern erklärt, dass diese eine Vollversammlung des FC Bayern sei und kein Treffen von Amnesty International. Und da hat er ja nun auch uneingeschränkt recht. Wer’s nicht glaubt, kann sich die Einladung zeigen lassen, die zuvor an die Versammelten verschickt wurde. Auf ihr steht’s drauf. Vollversammlung Sportverein, die Menschenrechte dürfen erstmal auf der Ersatzbank Platz nehmen. Ob sie eingewechselt werden, entscheidet sich später, je nachdem, wie es steht.
Friedlichere Bahnen hat Andrea Petkovic eingeschlagen, die nach dem Ende ihrer Tenniskarriere drei Notizkarten mit den drei Wörtern beschrieb, die sie in ihrem Leben am häufigsten gehört hat: Spiel, Satz, Sieg. Sie breitete diese Karten auf dem Tisch aus und kam ins Grübeln. Fürs Spiel ist man irgendwann zu erwachsen. Und Sieg hat seinen Glanz auch ein wenig verloren, wenn man so lange gerackert und doch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat. Blieb also Satz. Und dann die Idee: Viele Sätze machen eine Geschichte, ein paar Geschichten machen ein Buch. Aus dem Tennis-Entlein wurde der Literatur-Schwan, und wenn es schon kein Grand-Slam-Titel sein sollte – für den Literatur-Nobelpreis ist man nie zu alt. Viel Glück!

Und Normalsterblichen wünschen wir einen einigermaßen erträglichen Winter. Und wenn er doch gar zu kalt wird, hilft ganz bestimmt Würzburger Blausud Sulz!

Ihr
Team von SB&W

Bauvorhaben dieser Ausgabe

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